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Großstädte in Deutschland - Hagen

Die Stadt Hagen ist eine kreisfreie Großstadt im östlichen Ruhrgebiet, etwa 15 km südlich von Dortmund und gleichzeitig die größte Stadt des Sauerlandes. Sie ist Mitglied im Kommunalverband Ruhrgebiet. Hier münden die Flüsse Lenne, Volme und Ennepe in die Ruhr. Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. Seit dem 19. Jahrhundert ist Hagen ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt - unter anderem zählen die Bahnanlagen in HA-Vorhalle zu den größten Rangierbahnhöfen Deutschlands. Hagen ist Amts- und Landgerichtsitz sowie Sitz mehrerer überregionaler Institute, Behörden und Verwaltungsstellen. In der Stadt befindet sich die einzige Fernuniversität Deutschlands - mit über 44.000 Studenten die größte Universität des Ruhrgebiets.

Geschichte, politisch und historisch

Hagen liegt romantisch eingebettet in einer von vier Flüssen durchzogenen Mittelgebirgs-Landschaft, die seit der Eiszeit von Menschen bewohnt wird. Der Raum Hagen gilt seit dem 19. Jahrhundert als eine klassische Fundstelle der Paläontologie und Archäologie. 775 wurde die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund gelegene sächsische Hohensyburg durch Truppen Kaiser Karl der Große erobert. Erste Schriftquellen, die sich direkt auf Hagen beziehen, datieren in das 12. Jahrhundert, anfänglich ein kurkölnischer Besitz und Kirchspiel. Nach der Eroberung der Burg Volmarstein im Jahr 1324 wurde Hagen ein Teil der Grafschaft Mark, 1609/66 kam es zu Brandenburg-Preußen. 1709 wurde der heutige Stadtteil Hohenlimburg mit erweiterten Freiheitsprivilegien ausgestattet, 1717 erhielt Hagen eine Akzise, 1739 ein "rathäusliches Reglement". Hagen besitzt seit 1746 die Stadtrechte. Von 1807 bis 1813 war Hagen in der Zeit der französischen Herrschaft als Hauptstadt des Arrondissements Hagen dem Großherzogtum Berg im Ruhr-Departement angegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Zuge der "Battle of the Ruhr (http://www.historisches-centrum.de/ruhr/)" die Hagener Innenstadt total zerstört. Die durch den raschen Wiederaufbau (http://www.historisches-centrum.de/einblicke/beilagen/rathaus.shtml) entstandenen "Bausünden" werden seit den 1990er Jahren unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und dem Neubau des Rathauses behoben. Hagen zählt heute über 200.000 Einwohner. Zuletzt erhielt Hagen bundesweite Aufmerksamkeit im März 2004 durch die Sprengung des Sparkassen-Hochhauses "Langer Oskar".

Im Laufe der Geschichte wuchs die Stadt Hagen durch mehrere Eingemeindungen. Diese sind im Einzelnen:

  • 1876 Wehringhausen und Eilpe
  • 1929 Haspe, Boele, Fley, Halden, Herbeck, Holthausen und Vorhalle
  • 1975 Hohenlimburg, Berchum, Garenfeld, Dahl, Priorei und Rummenohl

Geschichte, wirtschaftlich

Die intensive Nutzung der Wasserkraft an Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe im Hagener Raum fördert bereits vor dem 15. Jahrhundert eine bedeutende Metallverarbeitung. Seit dem 17./18. Jahrhundert folgen die Textil- und Stahlindustrie sowie die Papierherstellung. Solinger Klingenschmiede lassen sich in Eilpe nieder ("Lange Riege" von 1665). Im Zuge der Industrialisierung wird Hagen 1848 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und wird wichtiger E.-Knotenpunkt. Die Andreas-Brauerei wird ein Jahr später gegründet, große Eisen- und Stahlwerke bilden sich aus den Fabrikbetrieben. 1877 wird die Vormann Brauerei (http://www.vormann-brauerei.de/) in Dahl gegründet. 1887 entsteht in Wehringhausen die Akkumulatoren Fabrik (ab 1962 - VARTA Batterie AG), die sich zu einem der weltweit größten Batterienhersteller entwickelt hat. 1912 ist das Geburtsjahr des Brandt-Zwiebacks in Haspe - das Unternehmen produziert seit 2003 nur noch in Ohrdruf in Thüringen. An dem Niedergang der Schwerindustrie mit der Schließung der Hasper Hütte und anderen großen Werken leidet Hagen heute noch. Durch die Sanierung des ehemaligen Hüttengeländes und die Ausweitung der Gewerbefläche im Lennetal ist seit den 1970er Jahren Platz für die Ansiedlung von neuen Unternehmen geschaffen worden. Wichtige Arbeitgeber sind heute eine der größten Papierfabriken der Welt Stora Enso in HA-Kabel, das Druckzentrum in HA-Bathey, und die Hochschulen (FernUni, Fachhochschule Südwestfalen).

Sehenswürdigkeiten (historisch)

In Hagen sind zahlreiche Natur- und Bodendenkmäler sowie historische Baudenkmäler seit dem Mittelalter vorhanden.

  • Haus Harkorten - Informationen (Haspe, vormaliger Sitz der zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert bedeutenden Kaufmanns- und Unternehmerfamilie Harkort, Geburtshaus von Friedrich Harkort)
  • Hohenhof mit Jugendstilsiedlung - Homepage (Wohnsitz von Karl Ernst Osthaus und geplantes Zentrum der "Gartenstadt Emst", heute ein öffentliches Museum)
  • Lange Riege - Fachwerk-Arbeitersiedlung von 1665 - Informationen (Eilpe, Wohnbauten für Klingenschmiede)
  • mehrere große Türme aus dem 19. Jahrhundert (Freiherr-vom-Stein-Turm, Kaiser-Friedrich-Turm, Eugen-Richter-Turm, Bismarckturm)
  • Schloss Hohenlimburg (Hohenlimburg, Burganlage aus dem 13. Jahrhundert mit einem privaten Schlossmuseum)
  • Wasserschloss Werdringen (Vorhalle, Wasserburg im Ruhrtal aus dem 13. Jahrhundert, heute ein öffentliches Museum und Kulturstätte)

Kultur

Als Oberzentrum für die südwestfälische Region besitzt Hagen eine Anzahl von bundesweit bedeutenden Kultureinrichtungen.

  • Historisches Centrum Hagen (Stadtteil Eilpe; Stadtmuseum, Stadtarchiv, Westf. Musik- und Literaturarchiv)
  • Wasserschloss Werdringen mit archäologischem Museum
  • Karl Ernst Osthaus-Museum (Stadtmitte; Museum für moderne und zeitgenössische Kunst)
  • Hohenhof - Museum des Hagener Impulses
  • Westfälisches Freilichtmuseum. Landesmuseum für Handwerk und Technik (Stadtteil Eilpe, im Mäckingerbachtal) - Homepage
  • zahlreiche Jugendstilbauten Hagener Impuls
  • Schloss Hohenlimburg (privates Schlossmuseum des Fürstenhauses Bentheim-Tecklenburg)
  • Volkssternwarte Hagen
  • Freie Kulturzentren: AllerWeltHaus, Hasper Hammer, Pelmke, Tor 2, Werkhof
  • Märchenwald (Hohenlimburg)
  • Planetenmodell (über das Stadtgebiet verteilt

Persönlichkeiten

Wirtschaft / Politik

  • Friedrich Harkort (1793-1880), "Der Vater des Ruhrgebiets" - Industriepionier, Innovator des Verkehrswesens und Politiker.
  • Fritz Steinhoff, ehemaliger Ministerpräsident des Landes NRW (1956-1958) und Oberbürgermeister von Hagen.
  • Jürgen Hubbert, Professor und Vorstandsmitglied bei der DaimlerChrysler AG in Stuttgart, 24.07.1939
  • Auf der Homepage von der freien Wählergemeinschaft Hagen Aktiv findet sich eine Liste aller Hagener Oberbürgermeister.

Kunst / Kultur

Bildhauer/Maler/Künstler

  • Carl Baumann, Maler und Bildhauer, 5.11.1912 in Hagen
  • Horst Becking, Maler, 14.1.1937 in Hagen
  • Utz Brocksieper, Bildhauer, 1939, (u.a. Plastik "Hervorbrechende Kraft" aus Cortenstahl (massiv), grüner Dolomit, Schulzentrum Boelerheide und Brunnenplastik aus Eisen (massiv), Ziegelstein, Einkaufs- und Bürozentrum in Eilpe)
  • Alfred Dörner, Goldschmied und Metallgestalter, 1906, †1971, (u.a. goldene Kugel für das Sonnenzimmer des Ratskellers (Mittelpunkt des Hagener Planetensystems))
  • Rolf Escher, Maler, 1936, lebt in Essen
  • Paul Gerhardt, Maler, Kunst am Bau, 1912, †1975, (u.a. Sgraffiti Volksschule Bergstr., Betonglasfenster Henry van de Velde-Schule, Betonrelief Ev. Gemeindehaus Frankstr.)
  • Heinrich Hawick, Künstler, 1906, †1945
  • Erwin Hegemann, Künstler, 26.2.1924 in Wuppertal, †21.8.1999 in Hagen, (u.a. Mosaik Henry-van-de-Velde-Schule, Edelstahlrelief Grundschule Hestert, Brunnenanlage Albrecht-Dürer-Gymnasium)
  • Heinrich Holthaus, Bildhauer, 1903, †1980
  • Sigrid Krefting, Künstlerin (Malerin), 1955
  • Uwe Nickel, Grafiker, freier Maler und Gestalter, 3.07.1942 in Zoppot, lebt und arbeitet in Hagen
  • Karl Ernst Osthaus, Wegbereiter des Hagener Impulses, Mäzen und Initiator der Museumsreformbewegung, 15.4.1874 in Hagen, †25.3.1921 in Meran. Nach ihm ist ein Hagener Museum ( Karl Ernst Osthaus Museum) benannt
  • Helwig Pütter, Künstler (Maler), 1920, †26.12.2003 in Hagen
  • Rengha Rodewill, Malerin, 11.10.1948, lebt in Berlin
  • Christian Rohlfs, einer der Wegbereiter des Expressionismus, 22.11.1849 in Groß Niendorf, †8.1.1938 in Hagen
  • Emil Schumacher, Maler (Informel), 29.8.1912 in Hagen, †4.9.1999 in San José, Ibiza; z. Zt. wird ein Museum für sein Werk geplant.

Bühne/Radio/Schriften/TV

  • Arthur Axmann, Schauspieler, 18.02.1913, †24.10.1996, (u.a. Hitler-eine Karriere, Eye of the Dictator, The History of the Luftwaffe, etc.)
  • Marcus Fleischer, Schauspieler, 12.02.1980, (Die Lok, Herz aus Stein)
  • Sybille Herwig, Produktionskoordinatorin, 27.1.1975, (u.a. Seabiscuit, Death and Texas, The L.A. Riot Spectacular, etc.)
  • Margret Homeyer, Schauspielerin, 7.10.1927, (u.a. Harald und Eddi, Rivalen der Rennbahn, Von Fall zu Fall, etc.)
  • Julia Hummer, Schauspielerin, 1980, (u.a. Stahlnetz, Tatort, Die Innere Sicherheit, etc.)
  • Mary Ketikidou, Schauspielerin, 9.6.1966, (u.a. Hotel Paradies, Sterne des Südens, Großstadtrevier, etc.)
  • Roland Koch, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, 2.11.1959
  • Ingrid Kötter, Kindergeschichtenschreiberin für das Vorschulprogramm des NDR, Drehbuchauthorin für Fernsehserien in ARD und ZDF (Feuerrotes Spielmobil, Denkste, Neues aus Uhlenbusch), 23.6.1934, lebt in Tübingen
  • Ariane Krampe, Produzentin, 1961, (u.a. Soko, Rosamunde Pilcher, etc.)
  • Jürgen von Manger - (Adolf Tegtmeier) deutscher Schauspieler und Komiker, 6.3.1923 in Koblenz, †15.03.1994 in Herne, wuchs in Hagen auf
  • Ernst Meister, Lyriker, Hörspielautor, Erzähler und Theaterautor, 3.9.1911, †15.6.1979
  • Herbert Reinecker, Schriftsteller und Drehbuchautor, 24.12.1914, (u.a. Edgar Wallace:Der Hexer, Der Kommissar, Derrick, Polizeiinspektion 1, Jakob und Adele, Siska, uvm.)
  • Theo Thünken, Sänger (Tenor) und Schauspieler, (Der Zigeunerbaron, My fair Lady)
  • Hansjörg Thurn, Regisseur und Drehbuchautor, 1960, (u.a. einige Schimanski-Folgen)
  • Volker Wahl, Schauspieler, 1966, (Die Lustige Witwe)

Musik

  • Airman (Stefan Vallbracht), Musiker und Sounddesigner, 18.05.1973
  • Al GRINGO & The Original Psychobilly Krautboys On Moonshine, Krautcountryband, gegründet 1990
  • Annette Humpe, NDW-Popmusikerin, 28.10.1950, DÖF, Ideal (Eiszeit)
  • Barbara Morgenstern, Musikerin, 1971
  • Eroc (Joachim Heinz Ehrig), Musiker, 15.11.51 in Weimar und in Hagen aufgewachsen, bis 1983 Schlagzeuger bei Grobschnitt, hat auch Soloalben produziert (Wolkenreise).
  • Extrabreit, sehr bekannte NDW-Band (Flieger, grüß mir die Sonne) aus Hagen, 1978-1998
  • Grobschnitt, Live-Rockband, 1970-4.12.1989
  • Inga Humpe, Popmusikerin, 13.01.1953
  • Karl Halle, alias Sir Charles Hallé, Pianist und Komponist 11.4.1819 in Hagen, †25.10.1895 in Manchester (England).
  • Lutz Eikelmann, Jazzmusiker, 7.4.1967
  • Michael Burkat, DJ und Produzent, Gründer des Labels Compressed,lebt in Castrop-Rauxel
  • Mousse T. (Mustafa Gündogdu), DJ, Musiker, Remixer und Produzent, 2.10.1966, Gründer des Labels Peppermint Jam, lebt in Hannover
  • Nena (Gabriele Susanne Kerner), berühmte deutsche NDW-Popmusikerin, 24.03.1960 in Hagen, lebt in Hamburg - (99 Luftballons) - Homepage

Stadtwappen und Stadtname

Das Hagener Stadtwappen ziert eine stilisierte Eiche auf blauem Grund. Ausführliche Informationen. Der Name Hagen bezeichnete im ausgehenden Mittelalter einen niedrigen Erdwahl mit Pfählen, oft durch Weidengeflecht verbunden, um ein Gehöft vor Eindringlingen zu schützen und das Fortlaufen des Viehs zu verhindern. Manchmal trat an Stelle der Pfähle lebendes Buschwerk, der Hagedorn mit der Hagerose und den Hagebutten. Hier in seinem Hagen saß der Bauer geschützt und sicher, es war ihm behaglich. Er hegte seinen Besitz, und wer ihm ins Gehege kam, dem konnte leicht unbehaglich werden.

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